Meine Erfahrungen mit der digitalen Partnersuche – warum ich immer wieder dabei bin, manchmal die Lust verliere und nicht jede Begegnung eine schöne Geschichte wird.
Seit Jahren dabei – aber immer nur phasenweise
Online-Dating begleitet mich mittlerweile seit einigen Jahren. Allerdings nicht durchgehend und schon gar nicht mit dem festen Ziel, unbedingt jemanden finden zu müssen. Bei mir läuft das eher nach dem On-off-Prinzip: Mal bin ich aktiv, schaue mir Profile an und schreibe mit Männern. Dann verliere ich wieder die Lust und lasse die Apps eine Zeit lang links liegen.
Denn seien wir ehrlich: Online-Dating kann spannend sein, aber manchmal auch ganz schön anstrengend. Man lernt neue Menschen kennen, führt interessante Gespräche und hat vielleicht sogar ein vielversprechendes Date. Gleichzeitig gibt es Begegnungen, bei denen man sich relativ schnell fragt, warum man sich überhaupt die Mühe gemacht hat.
Im Laufe der Jahre habe ich jedenfalls schon einige Erfahrungen gesammelt. Und nicht alle davon waren unbedingt positiv.
Wenn das Interesse schon beim Schreiben verschwindet
Manchmal merkt man bereits beim Schreiben, dass es einfach nicht passt. Die Unterhaltung kommt nicht richtig in Gang, die Chemie fehlt oder man stellt fest, dass man mit der anderen Person wenig anfangen kann.
Genau das hatte ich einmal bei einem Match mit einem Mann. Schon während unseres Chats hatte er es geschafft, mein Interesse eher zu verringern als zu steigern. Ich war also alles andere als begeistert und hatte nicht wirklich das Bedürfnis, den Kontakt weiter zu vertiefen.
Damit hätte die Geschichte eigentlich enden können. Ein Match, ein bisschen schreiben und feststellen, dass es eben nicht passt. Das gehört schließlich zum Online-Dating dazu.
Doch dann kam alles etwas anders.
Plötzlich stand er in meinem Fitnessstudio
Eines Tages tauchte dieser Mann tatsächlich in meinem Fitnessstudio auf, nachdem er mich draußen gesehen hatte.
Und plötzlich war aus einem eher uninteressanten Match eine ziemlich unangenehme Situation geworden.
Er ließ mich nämlich nicht von der Pelle. Ihn wieder loszuwerden, war echt schwierig.
Das Problem war nicht einfach nur, dass ich ihm persönlich begegnete. Es war vielmehr die Tatsache, dass ich mich in einer Situation wiederfand, die ich mir überhaupt nicht ausgesucht hatte. Ich wollte trainieren, mein Ding machen und meine Ruhe haben. Stattdessen musste ich mich damit beschäftigen, wie ich jemanden wieder loswerde, an dem ich ohnehin kein Interesse hatte.
Gerade beim Online-Dating sollte eigentlich klar sein, dass ein Match keine Verpflichtung bedeutet. Nur weil man einmal miteinander geschrieben hat, schuldet man dem anderen weder ein Treffen noch Aufmerksamkeit oder weiteres Interesse.
Natürlich kann man sich zufällig begegnen. Aber jemanden gezielt aufzusuchen und ihm dann nicht von der Seite zu weichen, obwohl die Situation offensichtlich unangenehm ist, überschreitet eine Grenze.
Diese Begegnung ist mir deshalb besonders im Gedächtnis geblieben. Sie hat mir gezeigt, dass Online-Dating nicht nur aus lustigen Chats, Schmetterlingen im Bauch und romantischen Dates besteht. Manchmal muss man sich auch mit Situationen auseinandersetzen, die man lieber vermieden hätte.
Nicht jedes Match ist ein Volltreffer
Solche Erfahrungen gehören leider ebenfalls zur digitalen Partnersuche. Man begegnet unterschiedlichen Menschen, und nicht jeder Kontakt entwickelt sich so, wie man es sich vielleicht vorgestellt hat.
Manchmal fehlt die Anziehung. Manchmal stimmen die Vorstellungen nicht überein. Und manchmal merkt man schon nach wenigen Nachrichten, dass man lieber auf Abstand bleiben möchte.
Das ist völlig in Ordnung. Niemand muss jedem Match eine Chance geben oder sich zu einem Treffen überreden lassen, nur weil man bereits miteinander geschrieben hat.
Genauso wichtig ist es, die Grenzen anderer Menschen zu respektieren. Desinteresse ist keine persönliche Beleidigung, sondern schlicht ein Teil des Kennenlernens.
Warum ich trotzdem immer wieder zurückkomme
Trotz solcher Erlebnisse habe ich Online-Dating nicht grundsätzlich abgeschrieben. Dafür bietet es einfach auch Möglichkeiten, Menschen kennenzulernen, denen man im Alltag vielleicht nie begegnen würde.
Ich sehe die Sache inzwischen eher entspannt. Ich muss nicht ständig aktiv sein, nicht jedes Match spannend finden und auch nicht aus jeder Unterhaltung etwas machen.
Wenn ich Lust auf Online-Dating habe, nutze ich es. Wenn nicht, dann eben nicht.
Vielleicht ist genau das die beste Einstellung: offen bleiben, ohne sich selbst unter Druck zu setzen. Und vor allem wissen, dass man jederzeit Nein sagen darf.
Fazit: Ein Match ist noch lange keine Liebesgeschichte
Online-Dating kann unterhaltsam, aufregend und manchmal sogar der Anfang einer schönen Beziehung sein. Es kann aber auch enttäuschend, anstrengend oder unangenehm werden.
Meine Erfahrung mit dem Mann im Fitnessstudio hat mir jedenfalls gezeigt, wie wichtig persönliche Grenzen sind. Ein Match bedeutet nicht, dass jemand automatisch Anspruch auf die eigene Zeit oder Aufmerksamkeit hat.
Am Ende geht es nicht darum, möglichst viele Matches zu sammeln. Es geht darum, Menschen kennenzulernen, bei denen sich der Kontakt gut anfühlt.
Und wenn das nicht der Fall ist? Dann darf man auch einfach weiterscrollen – oder die Dating-App für eine Weile löschen.
Manchmal ist eine Pause schließlich genauso wertvoll wie ein gutes Date.
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